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Wörterbuch der Sozialpolitik A - B - C - D - E - F - G - H |
Sozialismus
Seit den 1920er- und 30er-Jahren dient Sozialismus als Sammelbezeichnung für Bewegungen, insbesondere der Arbeiterschaft, mit dem Ziel sozialer Gleichheit und Gerechtigkeit. Dies soll erreicht werden durch die Herstellung des Gemeineigentums an den Produktionsmitteln, in der Regel also Verstaatlichung privater Betriebe. Die Frage, ob dieser Übergang von kapitalistischer zu sozialistischer Produktionsweise auf dem Weg der Revolution oder der Reform betrieben werden soll, führte nach dem Ersten Weltkrieg zur definitiven Spaltung des Sozialismus in Kommunismus und Sozialdemokratie.
Während der Kommunismus in der Sowjetunion und in den Ländern Ost-Mittel-Europas durch konsequente Verstaatlichungen die Überwindung des Kapitalismus versuchte, distanzierte sich die westeuropäische Sozialdemokratie seit 1945 schrittweise von diesem Ziel und trug zum Aufbau eines gemischtwirtschaftlichen, korporatistischen Wirtschaftssystems mit Elementen aus Marktwirtschaft, (Wohlfahrts-)Staat und gewerkschaftlicher Mitbestimmung bei. Trotz der wachsenden (Finanzierungs-)Probleme der Sozialstaaten und dem Scheitern des "real existierenden Sozialismus" ist die Debatte über die Rolle von Markt und Staat bei der Erreichung von sozialen Gleichheits- und Gerechtigkeitszielen keineswegs beendet. In Liberalisierungs-Kontroversen treffen das Konzept eines sozialliberalen "dritten Wegs" und der erneuerte Wunsch nach Überwindung des Kapitalismus allerdings auf eine gewisse ideologische Orientierungslosigkeit. Verweise: Arbeiterbewegung Gewerkschaften Reformismus Literatur:
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