Wörterbuch
der Sozialpolitik

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Sozialdumping

Sozialdumping meint die illegitime Konkurrenz von Gütern, die unter Beachtung arbeitsrechtlicher Standards und mit existenzsichernden Löhnen produziert worden sind, durch Güter, bei deren Produktion elementare Arbeitsrechte nicht eingehalten wurden oder die Löhne extrem viel tiefer waren.
Ein hoher Anteil der weltweiten Exportgüter wird unter Missachtung fundamentaler Arbeiterrechte hergestellt. Frank et al. (1998) gehen gemessen am Warenwert von etwa 10 Prozent aus, gemessen an den betroffenen Arbeitsplätzen sei der Anteil noch größer, da die Produktivität in Ländern, in denen Arbeiterrechte verletzt werden, gering ist.
Die Diskussion um Sozialdumping entstand zuerst im Zusammenhang mit regionalen Integrationsprojekten der Europäischen Union und der nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA. In der Diskussion um die Folgen der Globalisierung befürchten globalisierungskritische Kreise ein generelles Sozialdumping mit einer Absenkung der Rechte und Standards weltweit.

Verweise: Arbeitsteilung (internationale) Globalisierung Kinderarbeit Sozialklausel

Literatur:

  • Elmar Altvater, Birgit Mahnkopf, Grenzen der Globalisierung. Ökonomie, Ökologie und Politik in der Weltgesellschaft, Westfälisches Dampfboot, Münster 1997
  • Gerda Falkner, "›Sozialdumping‹ im EG-Binnenmarkt: Betrachtungen aus politikwissenschaftlicher Sicht", Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft, Nr. 3, 1993, S. 261-277
  • Volker Frank, Thomas Greven, Christoph Scherrer, Sozialklauseln, Arbeiterrechte im Welthandel, Westfälisches Dampfboot, Münster 1998.

    Andreas Missbach


    Sozialdarwinismus Soziale Arbeit