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Wörterbuch der Sozialpolitik A - B - C - D - E - F - G - H |
Singles
Lange Zeit wurden Personen, die nicht in einer Ehe oder Familie und somit außerhalb einer bürgerlichen Norm lebten, in der wissenschaftlichen Diskussion wenig beachtet. Seit Ende der 1960er-Jahre erfährt die Gruppe der Singles eine verstärkte Aufmerksamkeit. Parallel dazu stieg der Anteil an Einpersonenhaushalten seit den 50er-Jahren deutlich an. Der Begriff Singles stammt aus den USA und hatte ursprünglich die Bedeutung von "ledig" oder "unverheiratet", meist in Kombination mit Partnerlosigkeit. Im deutschsprachigen Raum verlagerte sich die Bedeutung in der Single-Literatur allmählich auf die Wohnform: Der Begriff Single wird heute meist synonym zu "allein lebend" bzw. "in einem Einpersonenhaushalt wohnend" verwendet. Bisweilen wird zwischen Singles im "weiteren" und im "engeren" Sinn oder zwischen "echten" und "unechten" Singles unterschieden. Echte Singles wären überzeugte, freiwillig dauerhaft Alleinlebende im mittleren Lebensalter, das heißt in einer Lebensphase, in der die meisten Menschen in einem Paar- oder Familienhaushalt leben. Häufig sind mit dem Begriff Vorstellungen über eine bestimmte Lebensweise verbunden: Singles gelten als freiheitsliebend und unabhängig; als "Grundfigur der durchgesetzten Moderne" (Beck, Beck-Gernsheim 1990, 190) und Wegbereiter des Individualismus oder im Gegenteil als bindungsunfähig und asozial. Die Ergebnisse der Single-Forschung zeigen jedoch, dass sich die Phasen des Alleinlebens in erster Linie auf die Zeit nach dem Tod des Partners sowie in zweiter Linie auf die Zeit nach dem Auszug aus dem Elternhaus als Folge einer verlängerten Ausbildungsdauer konzentrieren. Alleinleben während des gesamten Erwachsenenlebens ist auch heute noch relativ selten und in den wenigsten Fällen von Anfang an geplant. Der statistisch beobachtbare Anstieg der Einpersonenhaushalte ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass mehr Menschen im Lauf ihres Lebens alleine leben und diese Phasen länger dauern als früher und nicht auf einen höheren Anteil von permanent Alleinlebenden.
Verweise: Familie Lebensweisen (Wandel der) Literatur:
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