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der Sozialpolitik

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Reformismus

Reformismus bezeichnet den Teil des Sozialismus, der politische Veränderungen auf dem Weg der Reformen anstrebt. Als Strategie wurde der Reformismus ursprünglich von Eduard Bernstein (1850-1932) entworfen, der damit eine Revision des revolutionär-marxistischen Klassenkampfs (mit der notwendigen Phase der "Diktatur des Proletariats") beabsichtigte. Der Reformismus ist somit die theoretische Grundlage des demokratischen Sozialismus bzw. der Sozialdemokratie, auch im Sinne eines "dritten Wegs" zwischen Kapitalismus und Kommunismus.
Die schweizerische Sozialdemokratie schwenkte 1935 auf eine reformistische Linie ein. Bis heute dauern aber interne Debatten darüber an, wie radikal Reformen sein müssen, damit sie nicht zu einer Heftpflasterpolitik der kleinen Schritte degenerieren, welche die bestehenden Verhältnisse stabilisieren, statt sie wie beabsichtigt zu verändern. Unter dem Eindruck der Probleme des gewachsenen Sozialstaats ist an die Stelle des Gegensatzes Revolution-Reform jedoch die Frage nach der Rolle von Markt und Staat getreten. Die Marktbefürworter werden dabei als Reformer bezeichnet.

Verweise: Sozialismus Sozialpolitik

Literatur:

  • Peter Glotz, Rainer-Olaf Schultze, "Reformismus", in: Dieter Nohlen, Rainer-Olaf Schultze (Hrsg.), Lexikon der Politik, Band 1: Politische Theorien, Beck, München 1995, S. 526-532
  • Hans Werder, Ruedi Meier, Peter Müller (Hrsg.), Sozialdemokratie 2088. Perspektiven der SPS im 21. Jahrhundert, Z-Verlag, Basel 1988
  • SP Schweiz (Hrsg.), Mit radikalen Reformen die Zukunft gestalten. Vorschläge der SP Schweiz zur Wirtschaftspolitik für die Jahre 1994-2005, SPS, Bern 1995.

    Markus Blaser


    Referendum Regionales Arbeitsvermittlungszentrum