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Wörterbuch der Sozialpolitik A - B - C - D - E - F - G - H |
Illettrismus
Illettrismus ist ein aus dem Französischen entlehnter Begriff, der gleichbedeutend verwendet wird wie der Begriff funktionaler Analphabetismus. Analphabetismus bezeichnet die Situation von Menschen, die nie lesen gelernt haben und die Zeichen des Alphabets nicht kennen. Der Begriff Illettrismus hingegen bezieht sich auf die Tatsache, dass in Gesellschaften mit langjähriger Schulpflicht viele Menschen nicht über jene Grundkompetenzen verfügen, die ihnen die obligatorische Schule hätte vermitteln sollen. Im Vordergrund stehen dabei die Kompetenzen im Bereich Lesen; allerdings beziehen gewisse Definitionen auch Schreiben und Rechnen in die Definition mit ein. International vergleichende Studien haben gezeigt, dass in der Schweiz 13 bis 19 Prozent der Erwachsenen (IALS-Studie) und 20 Prozent der Jugendlichen (PISA-Studie) über sehr geringe Lesekompetenzen verfügen. Das Ausmaß des Problems hängt vom Stand der gesellschaftlichen Anforderungen an die Lesekompetenzen ab, die im Übergang zur Informationsgesellschaft gestiegen sind.
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