|
Wörterbuch der Sozialpolitik A - B - C - D - E - F - G - H |
Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
Bedingt durch die demografische Alterung erhöht sich auch das Durchschnittsalter der erwerbstätigen Bevölkerung. Heute ist rund die Hälfte der Beschäftigten in der Schweiz über 40 Jahre alt. Ihr Anteil nimmt weiter zu, obwohl rund ein Drittel vorzeitig in den Ruhestand tritt. Ab welchem Alter von "älteren" Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu sprechen ist, lässt sich nicht objektiv bestimmen, sondern unterliegt sozialen Zuschreibungen. Vielfach wird Personen ab einem bestimmten Alter - schon ab etwa 40 - eine reduzierte professionelle Leistungsfähigkeit zugeschrieben, wobei diese Altersgrenze mit dem Alter der Beurteilenden kovariiert. Deshalb wird wenig in die Weiter- und Fortbildung Älterer investiert. Die gerontologische Forschung der letzten Jahre zeigt, dass keine objektive Grundlage für negative Altersstereotypen besteht. Allfällige Verluste bei der kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit werden durch Erfahrung aufgewogen. Abgesehen von schwerer körperlicher Arbeit, wo altersbedingte Leistungsdefizite unbestreitbar auftreten, hängt die Leistungsfähigkeit mehr vom beruflichen Anregungspotenzial und vom Training als vom kalendarischen Alter ab. Dies macht auch fixe Altersgrenzen bei der Pensionierung fragwürdig. Sozialpolitisch sind flexible, für die Beschäftigten und die Unternehmen berechenbare und finanziell tragbare Modelle des Übertritts in den Ruhestand gefordert.
Verweise: Alter Arbeitsmarkt und Alter Gerontologie Literatur:
|